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Netiquette

Wie und warum schreibe ich eine eMail an mehrere Empfänger ohne deren Privatsphäre zu verletzten.

 

Wenn ein Mail an mehrere Personen versendet werden muss, sollten die Empfängerfelder (Von, An, CC, BCC), unter anderem im Sinne bestehender Datenschutzgesetze, sofern nicht sichergestellt werden kann, dass ALLE Empfänger im Besitz der Mailadressen von ALLEN ANDEREN sind, folgendermassen ausgefüllt werden.
Wenn also, ein Empfänger aufgelistet ist, der einem anderen Empfänger unbekannt sein könnte, sollten die Empfängerfelder folgendermassen befüllt werden:
AN: Ihre eigene Mailadresse
BCC: Alle Empfänger

Warum sollte dies so gehandhabt werden:

  1. Jeder Empfänger, der eine Mailadresse im Verteiler findet, die ihm nicht bekannt ist, wird sich fragen: Wer ist ... und warum bekommen derjenige meine Mailadresse ohne mein Einverständnis?
  2. Jeder der Empfänger besitzt nun ein Auswahl an Mailadressen ihrer Freunde und Bekannten, mit denen sie elektronisch kommunizieren. Kurzum: er hat durch sie autorisiert einen Blick in ihr "Adressbuch" geworfen.
  3. Systemisch bedenklich jedoch ist, daß alle Empfänger, welche in den Feldern "AN" oder "CC" angeführt sind, ...
    • ... für alle anderen Empfänger sichtbar sind. Dies stellt eine grobe Verletzung des Datenschutzgesetzes TKG§101ff dar.
      Anders formuliert: Geben sie jedermann ihre Mobiltelefonnummer, oder darf ihre Mobiltelefonnummer ohne Zustimmung an jedermann weitergegeben werden?
    • ... von Mailparsern (= Software, die nach bestimmten Mustern nach Mailadressen in Mails, Mailcaches ... herausfiltert) findbar sind - und für Datensammlungsunternehmen kostbares Gut bedeuten.
      Sie werden katalogisiert, mit bestehenden Informationen ergänzt und um gutes Geld verkauft.
    • ... alle unter AN oder CC gelisteten Mailadressen nach Erhalt des Mails auch in den Mailcaches aller Empfänger liegen, was zur Folge haben kann: läuft auf einem der Rechner eines potentiellen Empfängers "Schadsoftware" (Massmailer, Trojanerbackends, u.ä.), versendet dieser Rechner Spam, Schadesoftware, oder andere Informationen, ohne Wissen des Rechnerbesitzers: an alle Mailadressen, die diese Schadsoftware im betreffenden Mailcache findet.

Am Ende aller Tage kommen auch sie zu Spammails, wobei sie sich sicherlich schon mal gefragt haben, woher gerade die "australische Glückslotterie" IHRE Mailadresse hat.


Ein bisschen kurioser geht es immer noch:
Sie bekommen Spammails, die offensichtlich von ihrer eigenen Mailadresse versendet wurden. Das ist zwar so nicht passiert, weil die auf einem anderern Rechner laufende Schadsoftware, hat das für sie prompt erledigt und einfach ihre Mailadresse ins Von-Feld eines versendeten Massenmails geschrieben. 3x dürfen sie nun raten, was passiert, wenn jemand, dem nun die Spamflut zuviel geworden ist, das vermeintlich von ihnen erhaltene Mail öffnet und auf antworten klickt, an wen diese Mail dann gesendet wird?
klaro: an SIE - samt Rattenschwanz an möglich rechtlicher Folgen.

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